Pressestimmen

1:0 für Hotzenplotz
Nervös tänzelt Hannah Hübel durch den Raum, schaut immer wieder auf ihren Zettel mit dem Ansagetext.
Die Elfjährige spielt die „rasende Reporterin“ bei dem Theaterstück „1:0 für Hotzenplotz“.....Hannah geht
in wenigen Sekunden „auf Sendung“ und muss darüber berichten. Warum einer Prinzessin das
Fussball spielen wichtiger ist als den richtigen Mann fürs Leben auszusuchen.
Mit 27 Kinder probten bereits seit Montag die beiden Schauspieler Thomas Herr und Frizz Lechner an
dem Stück, das sich als Theaterprojekt erst während des Einübens entwickelt. Heißt: Die Mädchen
und Jungen im Alter von sieben bis zwölf Jahren nehmen ständig Einfluss auf das Drehbuch - schlagen
selber Texte vor und haben originelle Einfälle, wie man etwas darstellen könnte. „Wir müssen nur manchmal
etwas in die richtige Richtung anschieben“, sagt Frizz Lechner, ebenso wir Thomas Herr Schauspieler
vom Theater Rootslöffel aus Nürnberg.
Die meisten Szenen spielen die Nachwuchs-Darsteller im Bühnenraum. Zwischendurch tauchen aber
auch Handpuppen wie beim Kasperle-Theater auf, die die Geschichte weitererzählen: Der König (Tamara Tille)
möchte dabei der fußballbegeisteren Prinzessin (VanessaGoede) einen Mann Aufschwatzen, was
zu folgendem amüsanten Dialog führt: „Prinz Balthasar? Der kann doch keine Elfmeter schießen!
Fürst Fabian? Ein ganz schlechter Stürmer! Prinz Kevin? Total miese abwehr!“ Also kein geeigneter Mann
in Sicht für die Prinzessin.
Doch in wenigen Tagen steht das Fußballspiel zwischen der Räuberbande und dem Kasper-Dream-Team an .
Während die Räuber heimlich Fouls, Schwalben und Ellbogenchecks üben, muss die Prinzessin heimlich
in ihrem Schlafzimmer trainieren, da ihr königlicher Vater sie auf dem Bolzplatz beim Kicken erwischt hat... Vorfreude auf die Kostümprobe Die Hauptrolle in dem 40 - minütigen Stück spielt Julia Alefs: Sie demonstriert auf der Bühne als Prinzessin, dass Mädchen nicht nur gut kicken, sondern sich auch durchsetzen können. Heute steht für die Elfjährige wie für die anderen Nachwuchs-Schauspieler die erste Kostümprobe an. „Ich bin schon ganz gespannt,
wie ich wohl als Prinzessin aussehen werde“, lacht Julia, die ihren Text schon fast auswendig beherrscht.
Auch für die rasende Reporterin Hannah steht noch der letzte Feinschliff an. Sie muss genau darauf achten,
wann sie das Wort ergreift und wie sie sich im Raum bewegt. Aber bis zur Aufführung ist ja noch etwas Zeit -
die Kinder können es aber jetzt schon kaum erwarten, vor 150 bis 200 Zuschauern auftreten zu dürfen.
( NRZ, Johannes Kruck, 29.6.2006)

 

Walzerkreise statt Bolzplatzrunden

Ferienspiele: 27 Kinder machen am Freitag um 11 Uhr in der Volkshochschule Theater

Prinzessin sein ist schwer. Besonders, wenn die Thronfolgerin ein Faible für Fußball hat. Das Gekicke schickt
sich nicht für Damen adeligen Blutes - das findet zumindest der König in dem Theaterstück „1 : 0 für Hotzenplotz“
, das momentan von 27 Kindern zwischen sieben und zwölf Jahren im Rahmen der Ferienspiele des Amtes
für Kinder, Jugend und Schule gemeinsam mit de Gruppe Rootslöffel aus Nürnberg erarbeitet wird. Einen Ball
soll es für die Prinzessin dennoch geben. Der hat allerdings mit dem runden Leder so gar nichts zu tun.
Eher mit Walzer tanzen und einen passenden Ehemann finden. Doch die Dame ziert sich noch.
Fürst Fabian ist schließlich ein schlechter Stürmer.
Ganz zu schweigen von Prinz Kevins Leistungen in der Abwehr. Die Prinzessin hat nur Spieltaktiken im Kopf.
„Ohne Männer kann ich leben, aber ohne Fußball nicht“, lautet die Devise der jungen adligen. Und während die
sich auf dem Ball langweilt, erlebt Kaspers Dreamteam auf dem Bolzplatz gerade die übelste Niederlage
der Fußballgeschichte. Die Mannschaft um Räuber Hotzenplotz trainiert vor allem Schwalben und einen zielgenauen
Elbogencheck. Aber schließlich kommt doch alles anders... „Das Stück wird gemeinsam mit den Kindern gestaltet“,
erzählt Frizz Lechner von der Gruppe Rootslöffel. Die texte werden von den Nachwuchsschauspielern in vier
Tagen selbst geschrieben. Am Ende kommt dabei eine Mischung aus Schauspiel und Puppentheater heraus.
„Das Ganze ist stilistisch ans Kasperltheater angelehnt“, erläutert Lechner den theoretischen Hintergrund.
Außerdem ist WM und da interessiert schließlich nichts mehr als Fußball.

(WAZ Mülheim vom 30.6.2006 von a.ha)